2022|2023

2022|2023 2022-09-22T10:34:18+02:00

11. Schlaun-Wettbewerb 2022|2023

„StadtPlatzPlus – zwischen Kopf und Herz“

Die Stadt Duisburg – im Rheinland und Ruhrgebiet

Duisburg ist eine kreisfreie Großstadt an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Die Stadt ist Teil der Metropol Region Rheinruhr mit insgesamt rund 10 Millionen Einwohnern und gehört sowohl der Region Niederrhein als auch dem Ruhrgebiet an. Sie liegt im Regierungsbezirk Düsseldorf und ist mit circa einer halben Million Einwohnern die fünft größte Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Oberzentrum nimmt auf der Liste der Großstädte in Deutschland den 15. Platz ein. 2010 war Duisburg als Teil des Ballungsraumes Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas.

Die am Ausgangspunkt des historischen Hellwegs gelegene und im Jahre 883 erstmals urkundlich genannte Stadt war bereits im Mittelalter ein urbanes Handelszentrum. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Duisburg dank seiner günstigen Flusslage mit den Häfen und der Nähe zu den Kohlelagerstätten im Ruhrgebiet zu einem bedeutenden Standort der Eisen- und Stahlindustrie. Städtebaulich ist Duisburg auch heute noch stark durch Industrieanlagen dieser Zeit geprägt, die heute teilweise noch genutzt werden oder auch als Stätten der Industriekultur in neue Parkanlagen eingebunden sind. Im Innenhafen wurden in den letzten Jahren Verwaltungen grosßer Konzerne und Kulturbetriebe, wie zum Beispiel das Museum Küppersmühle und das Landesarchiv NRW angesiedelt. 

Themenrouten der populären Route der Industriekultur führen durch das Duisburger Stadtgebiet. Namentlich seien genannt „Duisburg Stadt und Hafen“ sowie „Duisburg Industriekultur am Rhein“.

Der Hafen mit seinem Zentrum im Stadtteil Ruhrort gilt als der größte Binnenhafen der Welt. Er prägte die Wirtschaft der Stadt genauso wie die Eisen- und Stahlindustrie. Fast ein Drittel des in Deutschland erzeugten Roheisens stammte aus den acht Duisburger Hochöfen. Die traditionelle Stahlproduktion und Metallverarbeitung in Duisburg konzentriert sich heute aber zunehmend auf die Erzeugung von Hightech Produkten. Zugleich sind die örtlichen Logistikunternehmen zu einem wichtigen ökonomischen Standbein der Stadt geworden und haben Duisburg damit zu einem der zentralen Logistikdrehkreuze in Europa gemacht. Zwischen Duisburg und der Volksrepublik China verkehren mit dem „Trans Eurasia Express“ etwa 60 Züge wöchentlich. Duisburg ist daher auch ein bedeutender Knotenpunkt der neuen chinesischen Seidenstraße. Verkehrsgünstig gelegen am Schnittpunkt von Ruhrgebiet und Rheinschiene und im Kern des zentralen europäischen Wirtschaftsraumes. Als Teil einer Metropolregion steht Duisburg aber auch verstärkt in Konkurrenz zu den umliegenden Städten und den regionalen Einkaufszentren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und um ihre Identität weiterentwickeln zu können muss es der Stadt gelingen eine ausgewogene Mischung von Kultur, Business und  Einwohnern anzuziehen und deren heutige Bedürfnisse zu befriedigen.

Schon der für die Duisburger Innenstadt entwickelte Masterplan des Büros Foster aus dem Jahr 2007 sollte den Wandel Duisburgs zu einer pulsierenden, grünen und umweltbewussten Stadt forcieren.

In diesem Kontext ist auch die Aufgabenstellung des diesjährigen Schlaun-Wettbewerbes zu sehen.

Der Wettbewerb „StadtPlatzPlus – zwischen Kopf und Herz“ – Ziele und Aufgaben kurz dargestellt

Ziel des 11. Schlaun-Wettbewerbes für Stadtplaner:Innen/Landschaftsarchitekt:Innnen, Architekt:Innen und Bauingenieur:Innen ist die Aufwertung des öffentlichen Raumes zu einem offenen und lebenswerten, städtischen Ort und die Steigerung der Aufenthaltsqualität in dem Plangebiet.

Der Kernfocus des Wettbewerbsgebietes liegt auf dem Bereich zwischen Burgplatz und Kuhstraße.

  • Die Chancen und Potentiale des Burgplatzes und der Kuhstrasse im Bereich der  heutigen abgängigen Pavillons sind klar herauszuarbeiten. Dies kann in Form einer Gestaltung des öffentlichen Raumes erfolgen, es ist jedoch auch eine Teilbebauung des Burgplatzes (unter Außerachtlassung der derzeitigen Parkmöglichkeiten) als auch der Kuhstrasse im Bereich der Pavillons möglich. Es werden begründete Aussagen erwartet, inwieweit eine Orientierung an historischen Grundrissen perspektivisch sinnvoll ist. Zudem ist zu prüfen und planerisch begründet herauszuarbeiten inwieweit die heute bestehenden Sichtachsen bestehen bleiben sollen.
  • Die Abfolge der öffentlichen Plätze und Räume im Wettbewerbsgebiet und deren funktionale Bedeutung soll betont werden.
  • Die Verbindung zwischen Königstrasse und Altstadt/Rathaus soll gestärkt werden.
  • Die Denkmäler sind im Rahmen der Aufwertung des öffentlichen Raumes einzubinden.
  • Die Barrierewirkung der Verkehrsachsen soll reduziert werden. Der Fuß-und Radverkehr soll optimiert und gestärkt werden. Es sind Lösungen zu erarbeiten, die auch im Rahmen des Separationsprinzipes möglich sind.
  • Die unmittelbare Nähe zwischen dem Planbereich und dem Innenhafen sollte städtebaulich aufgegriffen und herausgearbeitet werden.

Die vorgeschlagenen Lösungen sollen im Sinne einer zukunftsgerichteten Stadtplanung selbstverständlich die Themen Klimaanpassung und Klimaresilienz für diesen Bereich mitten im Herzen der Innenstadt Duisburgs mitberücksichtigen.

Der Schlaun-Wettbewerb versteht sich als Ideen-Wettbewerb. Abweichungen von den inhaltlichen Vorgaben und Anforderungen dieser Auslobung sind immer unter der Voraussetzung zulässig, dass diese konzeptionell abgeleitet und entsprechend im Erläuterungsbericht begründet werden. Die Wettbewerbsbeiträge werden vom Schlaun-Forum e.V. zusammengefasst und der Stadt Duisburg als „Ideenbuch“ übergeben.                                                                                 

Aufgabe für Städtebauer:Innen

Städtebaulich hat die Stadt Duisburg ein hohes Interesse an der Entwicklung des Stadtraumes zwischen Burgplatz und Kuhstraße. Der Bereich vom Alten Markt über Burgplatz/Kuhstraße bis hin zum Kuhtor mit seinen wichtigen Verflechtungen zum Innenhafen, zur Altstadt und zur Innenstadt spannt den Rahmen für die städtebauliche Aufgabe auf. Zentraler Focus der Aufgabenstellung liegt aber auf dem Bereich Burgplatz/Kuhstraße. Dieser Raum wird durch angrenzende Bereiche, die aufgrund aktueller Entwicklungen einer Überplanung nicht zugänglich sind, eingefasst. Somit sind die Bereiche Mercatorviertel, Kuhlenwall, Königsgalerie, Münzstraße zwischen dem ehemaligen P& C Gebäude und dem Calaisplatz planerische „No-Goes“.

Hieraus entwickelte sich das Plangebiet, der Gutenbergstraße nach Osten folgend bis zum Kuhlenwall. Während der Kuhlenwall selbst nicht Teil des Plangebietes wird, ist das Kuhtor als Kopf der Kuhstraße städtebaulich zu überarbeiten. Insbesondere für die westliche Kuhstraße mit den abgängigen Pavillons des U-Bahnabgangs sind, als eine wesentliche Aufgabe des Wettbewerbes, städtebauliche Ideen zu entwickeln. Durch einen Rückbau der Pavillons bietet sich die Möglichkeit, einen qualifizierten Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität und eine städtebauliche Einbindung in die Altstadt und zum Burgplatz zu schaffen.  Der Block zwischen Gutenbergstraße und Kuhlenwall entspricht aktuell noch dem planerischen Ziel eines innerstädtischen und umfänglich genutzten Gebietes. Hier können jedoch weitere Potenziale aktiviert werden. Von der Kuhstraße entwickelte sich das Gebiet  Richtung Westen zur Münzstraße hin, welche selber als Teil des Rahmenplanes Altstadt in ihrer Funktion und Gestaltung in der Wettbewerbsaufgabe unberücksichtigt bleibt. Zur Findung planerischer Lösungen für die Kopfbebauung in der Sichtlinie der Königstraße ( „Hellmich-Haus“ und „Nürnberger-Haus“ ) sowie die lediglich zweigeschossige Bebauung an der Münzstraße wird diese Struktur in das Plangebiet aufgenommen. Das Plangebiet verspringt zur Schwanenstraße und folgt dann der Schwanenstraße in westlicher Richtung und fasst den „Alten Markt“ mit seiner platzumspannenden Bebauung ein. Die Verwebung mit dem Hafengebiet wird als planerisch spannend erachtet, weshalb dieser Bereich zwischen Schwanenstraße und Kultur- und Stadthistorischem Museum als Erweiterung des Plangebiets aufgenommen wurde. In seiner Bedeutung bleibt es aber hinter dem oben beschriebenen Plangebiet zurück.

Aufgabe für Bauingenieur:Innen

Aufgabe  für  Bauingenieur:innen (Verkehrsplanerinnen) ist die Entflechtung der Verkehrssituation im oben erläuterten Plangebiet. Hierbei ist eine für Fußgänger:Innen und Radfahrer:Innen zeitgemäße gefahrenniederschwellige Wegeplanung gefordert. Ein Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen ist anzustreben. Der für die Stadt wichtige Burgplatz mit Rathaus und einer zu prüfenden baulichen Fassung wird heute durch die mehrspurige Poststraße von der Kuhstraße und damit von der Haupteinkaufszone abgeriegelt. Diese Abriegelung sollte planerisch aufgelöst werden.                                       

Es sind Lösungen zu erarbeiten, die dieses Ziel auch im Rahmen des Separationsprinzipes erreichen.

Aufgabe für Architekt:Innen

Den Architekt:Innen wird als Aufgabe die Vermittlung zwischen Rathaus und Innenstadt gestellt.

Der Burgplatz mit seinen Kanten zu Poststrasse und Schwanenstrasse ist in Duisburg einer der wichtigsten unbebauten und unbeplanten Plätze in der Innenstadt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Poststraße/Steinschen Gasse bildet die Kuhstrasse mit den abgängigen Pavillons den Abschluss der Einzelhandelslage. Hierbei binden die Pavillons den nördlichen Bereich ab und wirken wie ein baulich veralterter Fremdkörper.

Eine Teil-Neubebauung des Areals im Bereich Burgplatz/Kuhstraße sollte daher eine Verknüpfung des Alten Rathauses mit der geschäftigen Innenstadt schaffen. Ein der Innenstadtlage angemessener Nutzungsmix, des zu entwickelnden neuen Komplexes sollte sich aber im Wesentlichen nicht auf innerstädtischen Einzelhandel beschränken, sondern vermehrt kulturelle und/oder soziale Einrichtungen, die das Rathaus in seiner Funktion als bürgernahes Zentrum ergänzen, anbieten.

An der Kuhstraße, im Bereich der Pavillons ist zudem ein witterungsgeschützter U-Bahn Zugang zu berücksichtigen.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Burgplatz im Untergrund archäologische Artefakte aus der Gründungszeit Duisburgs aufweist sollten die zu planenden Neubauten auf solche Funde reagieren können und diese der Stadtgesellschaft zugänglich machen.

Preisgericht

  1. Dipl.-Ing. Ulrike Scherbaum, Ministerialrätin, Ministerium HKGB, Düsseldorf
  2. Prof. Anne Klasen-Habeney, Architektin / Stadtplanerin, Aachen
  3. Prof. Dipl.-Ing. Christian Baumgart, Präsident des DAI, Würzburg
  4. Dipl.-Ing. Melanie Kloth, Stadtplanerin, NRW BANK, Düsseldorf
  5. Dr. Ing. Thomas Mainka, Präsident des Verbandes Deutscher Eisenbahningenieure
  6. Dipl.-Ing. Drazen Slacanin, Architekt, LVM Münster
  7. Prof. Dipl.-Ing. Rolf Westerheide, Aachen
  8. Prof. Dipl.-Ing. Rolf Schuster, Architekt, Gestaltungsbeirat Duisburg 
  9. Dipl.-Ing. Kathrin Schmitz, Architektin, Gestaltungsbeirat Duisburg
  10. Dipl.-Geograph Martin Linne, Beigeordneter Stadt Duisburg
  11. Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanangement

Vorprüfung

Städtebau / Landschaftsplanung

  1. Dipl.-Ing. Architektin Andrea Baudek, Marl
  2. Bauassessor, M.Sc. Arne Doerry, Gladbeck
  3. M.Sc. Architekt Moritz Ebbers, Oberhausen
  4. Bauassessor Dipl.-Ing. Jörg Frohn, Mönchengladbach
  5. M.A. (Arch) Architekt Marc Hehn, Münster
  6. Dipl.-Ing. Architekt Thomas Peters, Köln
  7. Bauassessor Dipl.-Ing. Matthias Schneider, Essen
  8. Dipl.-Ing. Architekt BDA Wilhelm Walterscheid, Münster
  9. Dipl.-Geograph, M.Sc. (GIS) Manuel Gatzweiler, Duisburg
  10. M.Sc. Geographie Stefan Faßbender, Duisburg

Architektur

  1. Dipl.-Ing. Architekt Volker Busen, Münster
  2. M.Sc. Architektur Max Delius, Münster
  3. Dipl.-Ing. Architektin Margret Galler, Münster
  4. Dipl.-Ing. Architektin Evelyn Heege, Dortmund
  5. Dr.-Ing. Architekt Hartmut Lünnemann, Ochtrup
  6. Bauassessorin Dipl.-Ing. Ingrid Kremer, Münster
  7. Bauassessor Dipl.-Ing. Bernhard Pieper, Münster
  8. Bauassessorin M.Sc. Architektur Eva-Marie Pieper, Münster
  9. Dipl.-Ing. Architekt Herbert Paschant, Münster
  10. Bauassessor Dipl.-Ing. Frank Vetter, Altenberge
  11. NN, Stadt Duisburg
  12. Dipl.-Ing. Architekt Ekkehard John, Duisburg

Bauingenieurwesen

  1. Dr.-Ing. Markus Johow, Münster
  2. Dipl.-Ing. Ulrich Wiemeler, Münster
  3. Dipl.-Ing. Klaus Wortmann, Münster

Preise

Unsere Förderer ermöglichen uns ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro auszuloben. Die Preise können wie folgt verteilt werden.

  1. Preise jeweils 4.000 Euro
  2. Preise jeweils 2.000 Euro
  3. Preise jeweils 1.500 Euro

Des Weiteren können je zwei Anerkennungspreise zu je 1.000 Euro vergeben werden. Über die Verteilung und die Aufteilung der Preise wird vom Preisgericht im Einvernehmen mit dem Schlaun-Forum e.V. entschieden.  

Termine

Alle Termine finden Sie hier: https://schlaun-forum.de/termine/

Kommunikation

Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über die Internetseite und per Mail an info@schlaun-wettbewerb.de.

Anmeldungen, Wettbewerbsunterlagen und Zahlung der Schutzgebühr

Teilnahmeberechtigt sind Studierende und Absolvent:Innen, die das 4. Semester abgeschlossen haben. Alle dürfen das 35. Lebensjahr am Abgabetermin nicht überschritten haben. Es können Studierendengruppen mit bis zu 5 Mitgliedern am Wettbewerb teilnehmen, wobei jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin die Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllen muss. Anmeldungen sind ab Montag, den 29. August 2022 bis zum 20. Januar 2023 möglich.

Nach Eingang der Schutzgebühr – bitte nicht vor Anmeldung überweisen – erhalten Sie den PIN zum Herunterladen des Aufgabentextes. Eine Bestätigung, dass Sie sich angemeldet haben, erfolgt nicht.

Die Schutzgebühr in Höhe von 30 Euro überweisen Sie bitte auf unser Konto: IBAN DE74 401 600 504 214 657 700, BIC GENODEM1MSC, Volksbank Münsterland Nord eG

Lehrende der Hochschulen erhalten abweichend die Auslobungsunterlagen ohne Zahlung der Schutzgebühr. Sie verpflichten sich mit der Anforderung, diese nicht zu kopieren und an ihre Studierenden weiterzugeben. Schließlich finanziert sich der Wettbewerb auch über die Schutzgebühren.

Kooperationspartner 2022|2023

Förderer 2022|2023