2015|2016

2015|2016 2019-05-08T18:40:34+01:00

5. Schlaun-Wettbewerb 2015|2016:

Hamm 2040

Hamm (Westf.) ist eine mittelalterliche Stadtgründung. Die Stadt gehörte seit 1618 zu Brandenburg und wurde als Garnisonsstadt der Preußen immer wieder zerstört. Der Stadtgrundriss wurde durch den Bau der Eisenbahn, die Errichtung des größten Verschiebebahnhofs Europas, die Umlegung der Ahse, der Lippe und den Bau des Hamm-Datteln-Kanals erheblich verändert. Dazu war Hamm mit seinem Eisenbahnknotenpunkt Ziel intensivster Bombardierungen während des II. Weltkriegs. Die Zerstörungen waren so massiv, dass die Innenstadt sich bis heute von den Zerstörungen nicht komplett erholt hat. Immer noch gibt es große Flächen in der Innenstadt, die als KFZ-Stellplätze genutzt werden, und der Verkehr quält sich immer noch mitten durch das Stadtzentrum.
Die Entwicklung der Innenstadt hin zu einer liebenswerten City stellt eine besondere Herausforderung dar, für die Ideen zu entwickeln sind.

Wettbewerbsgebiet mit Vertiefungsbereichen

Ziele

Das Wettbewerbsgebiet umfasst die Stadtmitte von Hamm. Es handelt sich um ein Areal von nördlich der Lippe bis zur Alleestraße und vom Hauptbahnhof bis zur Heßlerstraße. Für dieses Gebiet hat die Stadt Hamm eine “Perspektive Innenstadt 2030″ erstellt. Dieser Masterplan wurde am 23. Juni 2015 vom Rat der Stadt Hamm beschlossen. Auf der Basis dieser “Perspektive Innenstadt 2030″ werden Konkretisierungen und Vertiefungen zu den Vorschlägen gefordert, die durchaus Alternativen aufzeigen sollen.


Städtebau, Landschaftsplanung

Im Bereich Städtebau, Landschaftsplanung sind fünf Vertiefungsbereiche innerhalb des Plangebietes zu gestalten:

Goethestraße/ Sternstraße, Nordstraße und Südstraße bis über Kanal und Lippe hinweg

Diese extrem stark befahrene Verkehrstrasse kann wieder zu Lebens- und Erlebnisräumen für Fußgänger aller Generationen, aber auch zu Spielstraßen werden.  Fahrradfahrer und Scater können hier eine Heimat finden. Natürlich muss der Anlieferverkehr möglich sein. Gewünscht wird der Charakter einer lebens- und liebenswerten von Grün durchwobenen Zone.

Nördlich der Adenauerallee bis über die Lippe hinweg.

Die nördliche Fläche bis zum Kanal ist gleichzeitig geprägt durch ungeordnete Grünflächen mit einer einfachen Wohnbebauung, dem Gymnasium Hammonense und den zugehörigen Sportplätzen, sowie dem Wasser- und Schifffahrtsamt. Der gesamte nördliche Bereich bis zum Kanal ist zu überplanen.

Von der Pauluskirche bis zur Adenauerallee

Das Gebiet umfasst ein Areal mit Gebäuden, die rückgebaut oder angepasst werden wollen an neue Wohn- und Bürogebäudestrukturen. Außerdem finden sich hier sehr große Parkplätze, diese Flächen waren  früher dicht bebaut. Sie sind aber nach dem II. Weltkrieg noch nicht wieder bebaut worden. Außerdem befindet sich hier eine grüne mit Teichen besetzte Erholungsfläche. Es handelt sich um ein Areal im Zentrum, das für Wohnungs- und Bürogebäude und zum Verweilen ideal geeignet ist.

Santa Monika-Platz

Diese Fläche in der historischen Mitte war bis zum Ende des II. Weltkriegs dicht bebaut. Er ist heute ein riesiger Parkplatz, der als Wunde aus dem Krieg nach Gestaltung ruft. Hochschulen haben das Schlaun-Forum gebeten, diese Fläche doch bitte mit aufzunehmen. Hier werden Vorschläge für ein Wohn-, Verwaltungs- und Geschäftsquartier gesucht. Es ist so zu gestalten, dass Sie hier als Senioren oder junge Familien oder Singles wohnen und leben möchten und sich über Plätze für Kinder, Begegnungsstätten für Senioren, Läden zum Einkaufen und Wohnen im Grünen in der Mitte der Stadt freuen können.

Alleecenter

Das Alleecenter wurde 1992 gebaut. Es dürfte immobilienwirtschaftlich in absehbarer Zeit abgeschrieben sein, erlebt aber gegenwärtig eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, weit über Hamm hinaus. Dies könnte sich bis zum Jahr 2040 ändern. Das wachsende Onlinegeschäft beeinflusst den stationären Handel in einigen Bereichen stark. Unternehmen überprüfen ihre Standorte und denken über kleinere Flächen nach. Das könnte auch wieder zu kleinteiligeren Strukturen zugunsten der Innenstadt führen. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, die Fläche zweistufig zu behandeln, d.h., sie zunächst so zu belassen und perspektivisch wieder Elemente aus der historischen Entwicklung der Stadt aufzugreifen, z.B. durch Ergänzung des Grüngürtels und eine Mixtur aus Büro- und Wohnnutzung.

Alle Vertiefungsbereiche sind zu bearbeiten. Die Grenzen der Bereiche können von den Teilnehmern nach Belieben erweitert werden.


Architektur

Die Kirche Heilig Geist wurde in den Jahren 1963 bis 1967 erbaut. Aufgrund einer rückläufigen Zahl der Gemeindemitglieder wurde sie im November 2006 profaniert. Als Möglichkeit bietet sich der sensible Ein- und Umbau zu Wohnungen an, die mit dem gesamten Gebäudekomplex den Stadtteil befruchten und aufwerten sollen. Alternativ zur Umnutzung bietet sich ebenso der Rückbau mit einer völlig neuen Wohnbebauung an. Zum Quartier gehört auch der 7-geschossige Hochbunker auf der gegenüberliegenden Seite an der Feidikstraße. Er soll umgenutzt werden und er darf auch aufgestockt werden.
Für das Quartier wird eine qualitätsvolle Zukunftsperspektive gesucht, die die Südstadt aufwertet.

Hamm-Mitte Sedanstrasse Feidikstrasse, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Bauingenieurwesen

Vertiefungsbereich Querung von Datteln-Hamm Kanal und Lippe. Von den Bauingenieuren erwarten wir ein oder zwei elegante Brücken, die das Stadtgebiet für Fußgänger und Fahrradfahrer über Kanal und Lippe mit der Lippeaue verbinden, um diese Fläche im Bewusstsein der Bevölkerung präsent zu machen.

Aus den Wettbewerbsbeiträgen soll ein „Ideenbuch“ für die Stadt Hamm generiert werden, das Impulse für die Weiterentwicklung des Stadtgebietes setzt.


Unter dem Vorsitz von Prof. Dipl.-Ing. Peter Zlonicky hat das Preisgericht entschieden. Die weiteren Preisrichter waren:

Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der IKNW, Ingenieurkammer NRW, Düsseldorf
Dipl.-Ing. Gordon Brandenfels, Landschaftsarchitekt, Münster
Prof. Christl Drey, Architektin BDA, Köln
Karl Jasper, Ltd. Ministerialrat, Ministerium für Bauen, Wohnen Stadtentwicklung und Verkehr NRW
Dipl.-Ing. Melanie Kloth, Stadtplanerin, NRW.BANK, Düsseldorf
Dr.-Ing. Thomas Mainka, Präsident des Verbandes deutscher Eisenbahningenieure
Dipl.-Ing. Heinz-Martin Muhle, Leiter Stadtplanungsamt Hamm
Dipl.-Ing. Drazen Slacanin, Architekt, LVM, Münster
Stadtbaurätin Dipl.-Ing. Rita Schulze Böing, Hamm
Dipl.-Ing. Ernst Uhing, Architekt BDB, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen

Es wurden eingereicht: 93 Arbeiten, davon 46 im Bereich Städtebau, 43 im Bereich Architektur und 4 im Bereich Bauingenieurwesen.

Folgende Preise mit insgesamt 24.000 € wurden zuerkannt:

Städtebau

1. Preis mit 3.000 €: Christian Tautz, Patrick Brink, Jan Eric Fröhlich, Lukas Merkeln – Leibniz Universität Hannover

2. Preis mit 2.500 €: Jonas Wiel, Simon Cüppers, Uzur Jaksa – BTU Cottbus

3. Preis mit 2.000 €: Sunhild Munier, Cyril Servettaz, Hannes Heucke – TU Dresden

Anerkennung mit 1.000 €: Peter Rier, Tobias Trueb, Philipp Rier – Wien, Zürich, Rapperswil
Anerkennung mit 1.000 €: Johannes Oldenburg, Marius Meißner – Leibniz Universität Hannover
Anerkennung mit 1.000 €: Alexander Mohr – MSA Münster

Architektur

1. Preis mit 3.000 €: Eva-Marie Pieper, Thien-Kim Ha Van – RWTH Aachen

2. Preis mit 2.500 €: Theresia Loy, Fabian Fitzner, Moritz Eschenlohr – TU München

3. Preis mit 2.000 €: Pengfei Niu, Zhenlin Hu – Uni Kasse

Anerkennung mit 1.000 €: Laura Küllstädt, Antonia Popp – FH Würzburg –Schweinfurt
Anerkennung mit 1.000 €: Alexander Studer, Jonas Ritter – RWTH Aachen
Anerkennung mit 1.000 €: Alexander Studer, Jonas Ritter – Bergische Universität Wuppertal
Anerkennung mit 1.000 €: Julia Haun – RWTH Aachen

Ingenieurbau

1. Preis mit 3.000 €: Johann Lang – TU Dresden

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern.


Die Wettbewerbsergebnisse


Ausstellung der prämierten Wettbewerbsarbeiten

Ausstellung in Münster vom 6.06.-17.06.2016 im Foyer der LVM Versicherung, Kolde-Ring 21, 48151 Münster


Kooperationspartner

Förderer