2018|2019

2018|2019 2019-06-04T18:38:03+01:00

8. Schlaun-Wettbewerb 2018|2019:

Areal Barker Paderborn

Da Ankündigungsplakat wurde an alle deutschsprachigen Hochschulen gesendet, die Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Bauingenieure ausbilden.

Kurzfassung der Aufgabenstellung

Der Regierungsbezirk Detmold des Landes Nordrhein-Westfalen ist geprägt durch die Themen, die auch bundesweit hohe Priorität haben: Demografischer Wandel, Integration von Zuwanderern verschiedener Herkunft, veränderte Sozialstruktur, geändertes Mobilitätsverhalten, Digitalisierung der Arbeitswelt, Veränderungen in der Arbeitswelt, ein verstärktes Bewusstsein, mit der Umwelt schonend umzugehen. Darüber ist die Region – speziell die Stadt Paderborn – gefordert, die riesigen zuvor vom Militär genutzten und abgeschotteten Flächen für die Bürgerschaft der Stadt zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten.
Gegenstand des 8. Schlaun-Wettbewerbs für Stadtplaner, Architekten und Bauingenieure ist nun, diese Ansprüche für ein neues Quartier mit eigenen Identitäten und atmosphärischen Qualitäten umzusetzen. Es bieten sich durch die Nähe zur Innenstadt als auch zur Universität hervorragende Chancen zur Entwicklung eines Smart Districts, der Antworten gibt auf die drängenden Fragen nach sicherer Arbeit, bezahlbarem Wohnraum, Energieversorgung, Klimaanpassung und Mobilität.

Konversion in Paderborn

In der Geschichte Padrborns spielte das Militär immer eine bedeutende Rolle. So belegen die britischen Streitkräfte auch heute noch bedeutende Flächen im Stadtbild und der nahen Umgebung. Sie werden bis Ende 2019 Paderborn verlassen.

Das Wettbewerbsgebiet: Areal Barker

Das Plangebiet umfasst eine Fläche von rd. 54 ha. Es liegt im Osten der Paderborner Kernstadt, ca. zwei km von der Innenstadt entfernt.

Quelle: Stadt Paderborn

Im Süden grenzt die Fläche an die Driburger Straße. Jenseits der Straße befindet sich die Grundschule Kaukenberg, die Friedrich-von-Spee-Gesamtschule und die letzte noch landwirtschaftlich genutzte Fläche innerhalb der Kernstadt. Im Westen wird die Fläche durch den Berliner Ring und im Norden durch den Piepenturmweg begrenzt, an den sich eine Wohnbebauung anschließt. Nordöstlich wird die Fläche durch den Springbach sowie die angrenzende Grünfläche umschlossen. Jenseits der Grünfläche befindet sich ein Gewerbegebiet, das sich Richtung Norden ausdehnt. Das Gelände weist deutliche Höhenunterschiede auf.

Bebaut ist das Areal Barker mit einer Kaserne, die überwiegend in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts für die deutsche Wehrmacht als Panzerkaserne errichtet worden ist. Nach dem II. Weltkrieg hat die Britische Armee die Kaserne übernommen. Sie soll planmäßig 2019 freigezogen werden.

Weder das Kasernenensemble aus den 1930 er Jahren noch Teile davon stehen unter Denkmalschutz. Die geplante Entwicklung des „Zukunftsquartiers Areal Barker“ stellt hohe funktionale und gestalterische Anforderungen an die städtebauliche und architektonische Qualität des gesamten Areals und erfordert somit eine überzeugende planerische Antwort auf die sich stellenden Zukunftsfragen nach Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Mobilität. Falls eine Umnutzung der bestehenden Zweckbauten (militärische Verwaltung, Unterbringung von Mannschaften) insbesondere an der Driburger Straße zu einem solchen überzeugenden städtebaulichen Konzept beiträgt, könnten diese erhalten werden.

© für die Luftaufnahmen von Paderborn: Geobasis NRW | Hier: Areal Barker

Die Wettbewerbsaufgaben
Teilaufgabe Städtebau/Landschaftsplanung

Gewünscht wird ein lebendiges Stadtquartier, das die zuvor genannten Kriterien berücksichtigt. Es soll eine funktionsfähige Nutzungsmischung aus Wohnen, Dienstleistungen, Forschen, Arbeiten, (technologieorientiertes) Gewerbe, Coworking, Kultur, Kindergarten, Bürgerzentrum und Freizeit inklusive einer bedarfsgerechten Versorgung erzeugt werden. Gefordert sind innovative und differenzierte Angebote, die zur Verbesserung der Nutzungs- und Erlebnisvielfalt des urbanen Raumes beitragen und die soziale Kommunikation der Bewohner und der verschiedenen Nutzergruppen untereinander fördern.

Auf differenzierte Vorgaben zur Nutzungsmischung innerhalb des Gebietes wird bewusst verzichtet. Dies ist Teil der Wettbewerbsaufgabe und von den Teilnehmern zu erarbeiten. Die an das Plangebiet angrenzende Grund- und Gesamtschule erscheint der Stadtverwaltung Paderborn auch für den Bedarf des neuen Stadtquartiers ausreichend.
Der Schlaun-Wettbewerb ist ein Ideen-Wettbewerb. Abweichungen von den inhaltlichen Vorgaben und Anforderungen dieser Auslobung sind unter der Voraussetzung zulässig, dass diese im Erläuterungsbericht zur Planung begründet werden.


Teilaufgabe Architektur – Eine neue soziale Mitte

Ein neues Gebiet benötigt eine neue soziale Mitte. In früheren Zeiten hätte man je eine Kirche mit Gemeindezentrum für beide Konfessionen und Ladenzeilen geplant. Die Präsenz der christlichen Kirchen geht aber zurück und das Einkaufen findet weitgehend in der Innenstadt oder im Internet statt. Gleichwohl wird für das Areal ein Zentrum gesucht das Raum bieten kann für Kommunikation, Läden des täglichen Bedarfs, Aktivitäten für kleine und große Kinder, Raum für Jugendliche, junge Familien, Berufstätige, Arbeitslose, Senioren. Dabei darf ein Kindergarten mit Krippe durchaus dazugehören und oder ein Seniorenzentrum.

Diese neue soziale Mitte für alle möglichen denkbaren Aktivitäten zu entwerfen ist Ihre spannende Aufgabe.

In der Startphase der Entwicklung des Areals Barker soll die Neue Mitte als Informationszentrum über das geplante Areal Barker für interessierte Bürgerinnen und Bürger und Investoren dienen, schließlich ist davon auszugehen, dass das riesige Areal erst nach mehreren Jahre vollläuft. Von daher böte es sich an, es an den Rand zu legen.

Die Einbindung an den ÖPNV und Berücksichtigung des Individualverkehrs ist selbstverständlich, einschließlich einer Rad- und Fußwegenutzung zum Umfeld und zur Erreichung der Innenstadt.


Teilaufgabe Konstruktion/Bauingenieurwesen

Verkehrstechnische Verbindung zur Grundschule Kaukenberg und zur Friedrich-von-Spee-Gesamtschule?
Südöstlich des Plangebiets liegen hinter einer Eisenbahnlinie die Grundschule Kaukenberg und die Friedrich-von-Spee-Gesamtschule. Beide Schulen sollen das Areal Barker mitversorgen. Dazu sind die verkehrstechnischen Voraussetzungen zu schaffen.

Zielsetzung der Teilaufgabe Bauingenieurwesen ist also, das Plangebiet mit dem Schulgelände zu verbinden und dabei auch einen Haltepunkt für das neue Areal einzuplanen. Gewünscht wird die neue Verbindung für Radfahrer- und Fußgänger. Die Gestaltung sollte zum neuen Areal passen und zum Beispiel keiner Brücke über den Rhein vergleichbar werden.

Die lichten Höhen der barrierefrei zu gestaltenden Brücken sind eigenständig zu wählen. Hinsichtlich der Bauweisen, Tragsysteme und Baustoffe bestehen keine Vorgaben. Die einschlägigen bautechnischen Regeln sind zu berücksichtigen. Die Entwurfsidee steht, trotz der konstruktiven Aufgabe, eindeutig im Vordergrund.


Das Preisgericht hat am 11. April 2019 entschieden


Die Wettbewerbsergebnisse


Ausstellung der prämierten Wettbewerbsarbeiten

Ausstellung in Münster im Foyer der LVM Versicherung, Kolde-Ring 21, 48151 Münster


Kooperationspartner 2018|2019

Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen
Architektenkammer Nordrhein-Westfalen


Förderer 2018|2019

Stadt Paderborn
NRW.BANK
LVM Versicherung
WSG Wohnungs- und Siedlungs-GmbH
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Münsterländer Architekten- und Ingenieurverein e.V.
DAI, Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.